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"Lieben Sie Brahms?"
  Romantische Chor- und Klaviermusik  
     
 

16.10.04 im Pfarrsaal von St. Peter in Heimstetten
17.10.04 im "Kulturellen Gebäude" in Aschheim


Das Programm

 
 

 Dvorak, Slawische Tänze Nr. 4 und Nr. 8 für Klavier zu vier Händen
 J.Brahms, Weltliche Gesänge für Chor (a capella)
  All meine Herzgedanken
Dein Herzlein mild
Letztes Glück
 Mendelssohn-Bartholdy, Duette für zwei Frauenstimmen,
Anja Walter (Alt) u. Kerstin Papsdorf (Sopran)
  Ich wollt meine Liebe ergösse sich Boten der Liebe
Wasserfahrt
Boten der Liebe
 J. Brahms, Weltliche Gesänge für kleine Chorbesetzung
  Rosmarin
Der bucklichte Fiedler
 Robert Schumann, Ich grolle nicht; Franz Huber (Bass)
 J. Brahms, Waldesnacht, für Chor (a capella)
 J. Brahms, Sololieder, Anja Walter (Alt)
  Ach wende diesen Blick
Meine Liebe ist grün
Die sapphische Ode
 J. Brahms, Liebesliederwalzer Nr. 1 - Nr. 18 für großen Chor
 J. Brahms, Ungarische Tänze Nr. 5 und Nr. 7 zu vier Händen

Klavier: Andreas Obermayer und Maria Nguyen-Nhu
Leitung: Christine Gampl
Moderation: Katja Stiehler und Johannes Merkl
 
Texte zu "Johannes Brahms - Liebeslieder"
Brahms' Liebeslieder op. 52 beschreiben in heiterster Laune die vorehelichen Freuden der Liebe. Die Textgrundlage für diesen Zyklus von 18 Miniaturen bildet Georg Friedrich Daumers Polydora, eine Sammlung freier Übertragungen polnischer, russischer und ungarischer Volksdichtungen, die von vielfältigen erotischen Verlockungen erzählen. Nur hin und wieder mischt sich ein (leicht ironischer) Unwille in den volksnahen Grundton dieser Lieder - etwa in "Nein, es ist nicht auszukommen" (Nr. 11), in dem sich ein unbekannter polnischer Volksdichter darüber ärgert, dass sein Liebeswerben von (missgünstigen?) Beobachtern ständig falsch gedeutet wird.

Die landläufige Bezeichnung Liebeslieder-Walzer rührt von dem vollständigen Titel des Werkes her: Liebeslieder. Walzer für das Pianoforte zur vier Händen.

Erst nach langen Überlegungen konnte sich Brahms dazu durchringen, auch die vier Vokalstimmen zu veröffentlichen und den Zusatz und Gesang ad libitum in den Werktitel aufzunehmen. Denn ursprünglich waren die Liebeslieder-Walzer als reine Klavierkomposition gedacht.

Bei den 1875 veröffentlichten Neuen Liebesliedern im Vergleich fällt Brahms' Textauswahl im Vergleich zu dem früheren Zyklus geradezu düster aus: Daumers Verse sprechen hier fast ausschliesslich von Misstrauen, Enttäuschungen und Verzicht. Dementsprechend ist die Musik trotz desselben wienerischen Schwungs herber, leidenschaftlicher und weniger verspielt.
Rede Mädchen, allzu liebes

Männer:
Rede, Mädchen, allzu liebes, das mir in die Brust, die kühle, hat geschleudert mit dem Blicke diese wilden Glutgefühle! Willst Du nicht Dein Herz erweichen, willst Du, eine Überfromme, rasten ohne traute Wonne, oder willst Du, daß ich komme?

Frauen:
Rasten ohne traute Wonne - nicht so bitter will ich büßen. Komme nur, Du schwarzes Auge, komme, wenn die Sterne grüßen.

Männer:
Willst Du, daß ich komme?

Am Gesteine rauscht die Flut

Am Gesteine rauscht die Flut heftig angetrieben.
Wer da nicht zu seufzen weiß, lernt es unterm Lieben.

O, die Frauen

Männer:
O, die Frauen, wie sie Wonne tauen.
Wäre lang ein Mönch geworden, wären nicht die Frauen!

Wie des Abends schöne Röte

Frauen:
Wie des Abends schöne Röte möchte ich arme Dirne glühen.
Einem zu Gefallen sonder Ende Wonne sprühn.

Die grüne Hopfenranke

Die grüne Hopfenranke, sie schlängelt auf der Erde hin.
Die junge schöne Dirne, so traurig ist ihr Sinn!
Du höre, grüne Ranke, was hebst Du Dich nicht himmelwärts?
Du höre, schöne Dirne, was ist so schwer Dein Herz?
Höbe sich die Ranke, der keine Stütze Kraft verleiht?
Wie wäre die Dirne so fröhlich, wenn ihr der Liebste weit?

Ein kleiner, hübscher Vogel

Ein kleiner, hübscher Vogel nahm den Flug zum Garten hin,
da gab es Obst genug.
Wenn ich ein hübscher, kleiner Vogel wär, ich säumte nicht,
ich täte so wie der.
Leimruten Arglist lauert an dem Ort, der arme Vogel konnte nicht mehr fort.
Wenn ich ein hübscher, kleiner Vogel wär, ich säumte doch,
ich täte nicht wie der.
Der Vogel kam in eine schöne Hand, da tat es ihm, dem Glücklichen nicht and.
Wenn ich ein hübscher, kleiner Vogel wär, ich säumte nicht,
ich täte doch wie der.

Wohl schön bewandt war es

Frauen:
Wohl schön bewandt war es, vor ehe mit meinem Leben, mit meiner Liebe;
Durch eine Wand, ja, durch zehn Wände erkannte mich des Freundes Sehe.
Doch jetzo, wehe, wenn ich dem Kalten auch noch so dicht vorm Auge stehe,
es merkts sein Auge, sein Herze nicht.

Wenn so lind Dein Auge mir

Wenn so lind Dein Auge mir und so lieblich schauet,
jede letzte Trübe flieht, welche mich umgrauet.
Dieser Liebe schöne Glut, laß sie nicht verstieben!
Nimmer wird, wie ich, so treu Dich ein andrer lieben.

Am Donaustrande

Am Donaustrande, da steht ein Haus, da schaut ein rosiges Mädchen aus.
Das Mädchen, es ist wohl gut gehegt, zehn eiserne Riegel sind vor die Türe gelegt.
Zehn eiserne Riegel, das ist ein Spaß;
Die spreng ich, als wären sie nur von Glas.

O wie sanft die Quelle

O wie sanft die Quelle sich durch die Wiese windet!
O wie schön, wenn Liebe sich zu der Liebe findet!

Nein, es ist nicht auszukommen

Nein, es ist nicht auszukommen mit den Leuten;
alles wissen sie so giftig auszudeuten!
Bin ich heiter, hegen soll ich lose Triebe;
Bin ich still, so heißt's, ich wäre irr aus Liebe.

Schlosser auf, und mache Schlösser

Schlosser auf, und mache Schlösser, Schlösser ohne Zahl;
Denn die bösen, bösen Mäuler will ich schließen allzumahl.

Vögelein durchrauscht die Luft

Frauen:
Vögelein durchrauscht die Luft,
sucht nach einem Aste;
und das Herz, ein Herz begehrt's,
wo es selig raste.

Sieh, wie ist die Welle klar

Männer:
Sieh, wie ist die Welle klar, blickt der Mond hernieder!
Die Du meine Liebe bist, liebe Du mich wieder!

Nachtigall, sie singt so schön

Nachtigall, sie singt so schön, wenn die Sterne funkeln.
Liebe mich, geliebtes Herz, küsse mich im Dunkeln!

Ein dunkeler Schacht ist Liebe

Ein dunkeler Schacht ist Liebe, ein gar zu gefährlicher Bronnen;
Da fiel ich hinein, ich armer, kann weder hören noch sehn,
nur denken an meine Wonnen
nur stöhnen in meinen Wehn.

Nicht wandle, mein Licht

Tenor:
Nicht wandle, mein Licht, dort außen im Flurbereich;
Die Füße würden Dir, die zarten, zu naß, zu weich.
All überströhmt sind dort die Wege, die Stege Dir;
So überreichlich tränte dorten das Auge mir

Es bebet das Gesträuche

Es bebet das Gesträuche, gestreift hat es im Fluge ein Vögelein.
In gleicher Art erbebet die Seele mir, erschüttert von Liebe, Lust und Leide,
gedenkt sie Dein.

All meine Herzgedanken

All meine Herzgedanken sind immerdar bei Dir.
Das ist das stille Kranken, das innen zehrt an mir.
Da Du mich einst umfangen hast, ist mir gewichen Ruh' und Rast.

Der Maßlieb und der Rosen begehr ich fürder nicht;
Wie kann ich Lust erlosen, wenn Liebe mir gebricht!
Seit Du von mir geschieden bist, hab ich gelacht zu keiner Frist.

Gott wolle die vereinen, die füreinander sind,
Von Grämen und von Weinen wird sonst das Auge blind.
Treuliebe steht in Himmelshut, es wird noch alles gut.

Letztes Glück

Leblos gleitet Blatt um Blatt still und traurig von den Bäumen.
Seines Hoffens nimmersatt lebt das Herz in Träumen, in Frühlingsträumen.
Noch verweilt ein Sonnenblick bei den späten Hagerosen,
wie bei einem letzten Glück, einem süßen, hoffnungslosen.

Dein Herzlein mild

Dein Herzlein mild, Du liebes Bild, das ist noch nicht erglommen,
und drinnen ruht verträumte Glut, wird bald zu Tage kommen.

Es hat die Nacht ein'n Tau gebracht, den Knopsen all im Walde,
und morgens drauf, da blüht's zuhauf und duftet durch die Halde.

Die Liebe sacht hat über Nacht Dir Herz ins Herz gegossen,
und morgens dann, man sieht Dir's an, das Knösplein ist erschlossen.

Waldesnacht

Waldesnacht, Du wunderkühle, die ich tausend Male grüß;
Nach dem lauten Weltgewühle, oh wie ist Dein Rauschen süß!
Träumerisch die Müden Glieder berg ich weich ins Moos.
Und mir ist als würd ich wieder all der irren Qualen los.

Fernes Flötenliede vertöne, das ein weites Sehnen rührt.
Die Gedanken in die schöne, ach, mißgönnte Ferne führt.
Laß die Waldesnacht mich wiegen, stillen jede Pein,
und ein seliges Genügen sang ich mit den Düften ein.

In den heimlich engen Kreisen wird Dir wohl, Du wildes Herz,
und ein Friede schwebt mit leisen Flügelschlägen niederwärts.
Singet, holde Vögellieder, mich in Schlummer sacht!
Irre Qualen, löst Euch wieder, wildes Herz, nun gute Nacht!
Brahms 27-jährig  
 Mehr zu Brahms unter: http://www.johannesbrahms.de
 
     
   
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